Bohrfliegen

Bohrfliegen sind kleine, meist prachtvoll gefärbte Fliegen, die in nahezu allen terrestrischen Lebensräumen vorkommen. Besonders auffällig sind ihre in vielen Farben schimmernden Augen sowie ihre unterschiedlich gefleckten Flügelmuster.
Eines dieser hübschen Tierchen ist die Bohrfliege Tephritis neesii. Bisher wurde ihr kein deutscher Name gegeben. In dieser Geschichte heißt das kleine Geschöpf Frieda. Links im Bild sehen Sie Frieda mit ihren farbigen Augen, den arttypisch gefleckten Flügeln und der schwarzen Legeröhre (Ovipositor) am Hinterleibsende. In aufmerksamer Pose hält sie Ausschau nach dem männlichen Vertreter Ihrer Art, ....

... Fridolin,

- sofort zu erkennen am Fehlen der Legeröhre.

Aber langsam, schauen wir uns das Leben der beiden "Hübschheiten" von Anfang an und schrittweise an:


Das Revier

Ende April fliegt Fridolin zu "seiner" Pflanze, der Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare). Dort sucht er sich ein attraktives Plätzchen - das kann ein Stück Spross mit ein paar Blättern oder, wie auf diesem Foto, eine noch geschlossene Blütenknospe mit mehreren Blättern sein. Jetzt teilt Fridolin mit auffällig winkenden Flügelbewegungen jedem Lebewesen in der Umgebung mit, dass dieses Fleckchen Pflanze sein Revier ist.

Flügel - Winken

Abwechselnd werden die Flügel nach vorne und wieder nach hinten gebogen, erst der linke, dann der rechte ...

Beim Vorklappen stellt Fridolin die Flügel jeweils senkrecht auf und präsentiert wirkungsvoll deren auffälliges Fleckenmuster.

Prof. H. Zwölfer, der viele Jahre Bohrfliegen erforscht hat, beschreibt die alternierende Flügelbewegung als "ein langsames taktfestes Flügelschwingen, das an die synchrone Bewegung von Autoscheibenwischern erinnert".

Literatur-Hinweis

Erspäht Fridolin eine Bewegung nahe oder sogar innerhalb seines besetzten Territoriums, fixiert er das Objekt seines Interesses und nähert sich vorsichtig dem Eindringling.

Es gibt kaum etwas, das nicht seine Aufmerksamkeit erregt. Den häufig sein Revier durchstreifenden Margeriten-Kleinrüssler (Microplontus campestris) beispielsweise steuert er immer wieder an, bis er bei kurzer Distanz dessen Identität erkennt und sein Interesse verliert.

Dann sucht er wieder einen seiner speziellen Aussichtspunkte im Bohrfliegen-Revier auf - und winkt!

Der Verdauungstropfen

Ab und zu stößt Fridolin einen Verdauungstropfen aus. Der Tropfen wird nicht abgelegt, sondern langsam pulsierend eingesogen und herausgedrückt, bis er schließlich wieder vollständig aufgenommen wird. Diese Verhaltensweise ist bei zahlreichen Fliegen- und auch Bienenarten beobachtet worden. Die Bedeutung des Herauswürgens des Tropfens ist unklar. Eine These lautet, dass die Insekten durch das Einziehen und Ausstoßen des Flüssigkeitstropfens ihre Mundwerkzeuge säubern. Eine andere Vermutung ist, dass mit dieser Verhaltensweise Bakterien aus der Luft "herausgeangelt" werden, sich auf dem Topfen ablegen und auf diesem Wege in den Magen gelangen, wo sie bei der Verdauung behilflich sind.
(Siehe weitere Informationen und Fotos zu "Verdauungstropfen" auch meinen Artikel bei Makrotreff: Verdauungstropfen bei Insekten.) 

Fridolin winkt unermüdlich weiter und zeigt engagiert die Pracht der schmucken, kontrastreichen Flügelflecken. Sein Revier ist seine Welt, und Alle in dieser Welt sollen seine Anwesenheit zur Kenntnis nehmen!

Nun ist etwas in Fridolins Reich aufgetaucht, was seine gesamte Aufmerksamkeit fordert.




Ausblick auf einige weitere Inhalte dieser Bildreportage:
- der Tanz der Fridoline (Balztanz)
- küssende Bohrfliegen
- das Winken des Weibchens
- Funktion und Bedeutung der Kommunikations-Signale
- ökologische Einnischung
- Paarung
- Eiablage
- Larvenentwicklung
- Verpuppung
- Feind der Margeriten-Bohrfliege / Parasitierung

Bis hierhin haben Sie nur den Anfang der Bildreportage gesehen und gelesen, damit Sie einschätzen können, in welche Richtung "die Reise" geht. Um die komplette Bildreportage einsehen zu können, bitte ich Sie, sich zu registrieren.

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