Dies ist die Geschichte einer etwa 7 mm kleinen Fliege und ihrer wunderbaren Verbindung zur Schilfpflanze Phragmites australis. Bezeichnenderweise heißt diese Fliege Schilffliege, Lipara lucens. Bereits ihre deutsche Namensgebung deutet auf ihre enge Verbindung zum Schilf hin.

Die Pflanze: Schilf (Phragmites australis)

Schilf finden wir in vielen Grenzlebensräumen in unserer Landschaft. Häufig flankiert er in unterschiedlicher Breite die Uferbereiche von kleinen Bächen und Gräben - oft leider nur noch in schmalen Streifen.
Mit seinen ausladenden Blättern und Blütenständen verleiht er der Landschaft ein charakteristisches Aussehen.

Der Lebensraum: Schilfröhricht

Seltener finden wir Schilf flächendeckend. Solche größeren Bestände werden Schilfröhricht genannt - ein Lebensraum mit einer ganz eigenen Charakteristik. Auf den ersten Blick herrscht hier große Monotonie vor. Im Vergleich zu anderen Lebensraumtypen trifft dies auch zu. Doch auch im Schilfröhricht leben Tiere, verborgen und unauffällig - Tiere, die sich hervorragend angepasst haben. Aber hierzu später mehr, zunächst zurück zum Schilf ...

Die Kälte der Wintermonate bringt die letztjährigen Schilfhalme zum Absterben und färbt die Schilfröhrichte braun. Im Frühjahr beginnt sich dieses Bild zu wandeln: Am Fuße der vorjährigen abgestorbenen Halme schieben sich frisch-grüne Triebe aus dem Boden. Zügig in die Höhe wachsend, formen sie bereits nach wenigen Zentimetern die ersten Schilfblätter; die braun-graue Schilffläche des Winters wandelt sich langsam in ein Meer von frischem Frühlings-Grün.
Jetzt, vor allem in der ersten Juni-Hälfte, ist die Zeit der Schilffliege gekommen. Wie aus dem Nichts erscheinen die kleinen Kobolde des Schilfröhrichts. Ihre erste Aufgabe besteht darin, Artgenossen zu finden: Männchen suchen Weibchen, Weibchen suchen Männchen.

Partnersuche - mit vibrieren zum Ziel!

Bei der Partnersuche sitzt das jungfräuliche Weibchen auf einem Schilfblatt und erzeugt 1-2 mal innerhalb von 10 Minuten jeweils etwa 8 Sekunden andauernde Vibrationsstöße. Wie es diese Vibrationen verursacht, ist bisher nicht geklärt.

Das Männchen fliegt ebenfalls die länglichen Blätter des Schilfs an. Sobald es die Vibrationsstöße eines Weibchens wahrnimmt, reagiert es mit ähnlichen Signalen, ...

..... auf die das Weibchen immer und unmittelbar antwortet.

Das Männchen sucht auf diese Weise - immer wieder "rufend" - zu Fuß das Weibchen.

Treffen sich beide, .....

..... steigt das Männchen langsam auf das Weibchen, .....

..... und versucht, in die richtige Begattungsposition zu kommen.

Paarung

Schließlich kommt es zur Kopula.

Entstehung einer Schilfgalle

Das Weibchen legt das Ei an die Sprossspitze des Schilfs. Die frisch geschlüpfte Larve frisst sich nun in die Sprossungszone des Schilfs ein und zerstört dabei den Vegetationskegel der Pflanze, wodurch das Längenwachstum des Schilfs gestoppt wird. Es kommt zur Stauchung, Verdickung und Verholzung von 10-15 Internodien und einer verstärkten Entwicklung der Blattscheiden.
Auf dem Foto ist eine junge, gerade entstehende Galle zu sehen. Gut erkennbar ist die Stagnation des Höhenwachstums des Schilfs.

Die Zigarrengalle

Innerhalb kurzer Zeit entsteht eine ca. 15 mm dicke und etwa 15 bis 25 cm lange Galle, die einer Zigarre ähnelt. Sie wird daher häufig "Zigarrengalle", die Schilffliege auch "Zigarrenfliege" genannt.




Ausblick auf einige weitere Inhalte dieser Bildreportage:
- Innenleben der Zigarren-Galle
- Verpuppung
- Nachmieter in der Zigarren-Galle
- Parasit des Nachmieters in der Zigarren-Galle
- Ausbeutung der Zigarrengallen durch Singvögel

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